St.Georg Haunstetten 

 

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Muttergotteskapelle

zurück zu Kirchengebäude in Haunstetten

Geschichte

Die Kapelle auf dem damaligen Fremdenfriedhof von Haunstetten wurde 1606 - aus Anlass der Gründung der Haunstetter Bruderschaft vom hl. Fronleichnam durch Abt Johannes Merk von St.Ulrich und Afra - erbaut. Sie hatte u.a. die Aufgabe, sich um  in Haunstetten verstorbene Personen ohne Heimatrecht, z.B. Dienstboten, zu kümmern.

1626 stiftete Karl Stengel, Benediktinermönch von St.Ulrich und Afra,  einen Altar  und stellte mit Erlaubnis des Abtes eine als Gnadenbild verehrte Marienstatue aus Holz auf. Diese wurde zu einem beliebten Wallfahrtsziel.

Der heutige Bau geht auf die Erweiterung  durch Abt Cölestin Mayr von St. Ulrich und Afra in den Jahren 1740/41 zurück. Die Fresken stammen von C.T. Scheffler, die Stuckierung erfolgte durch I. Finsterwalder.

Als durch die Säkularisierung 1802/03 das Reichsstift St.Ulrich und Afra aufgehoben wurde, ging die Kapelle in den Besitz des bayerischen Staates über. Die Wallfahrt erlosch.

Als dem Gotteshaus der Abbruch drohte, kaufte es die Gemeinde Haunstetten.

1858 ersetzte man die Zwiebel des Giebelreiters durch einen Spitzhelm.

1945-49 diente die Kapelle Heimatvertriebenen, vor allem Litauern, als Gotteshaus.

1972 wurde die Kapelle durch die Eingemeindung Eigentum der Stadt Augsburg.

Die letzte Innenrestaurierung erfolgte 1985, die letzte Außenrenovierung in den 90er Jahren.

Nach: Augsburger Stadtlexikon, hrsg. von G.Grünsteudel u.a., 2.Aufl. Augsburg 1998; T.Balk, Der Augsburger Historienmale

 

FRESKEN:

Deckengemälde im Langhaus

Sie dienen der Glorifizierung Mariens, deren Verehrung den Benediktinern ein besonderes Anliegen war.

Das große Gemälde hat den Sieg des apokalyptischen Weibes über den Drachen zum Thema. Es zeigt nach gemäß der Offenbarung des Johannes 12,1 “Eine Frau mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von 12 Sternen auf ihrem Haupt.” den endzeitliche Kampf zwischen den teuflischen und den göttlichen Mächten. Das Fresko ist deshalb in zwei Teile geteilt, deren Personen sich feindlich gegenüberstehen: die Himmelsbewohner mit Maria in ihrer Mitte und die Mächte der Finsternis mit Satan an der Spitze. Durch einen Gnadenstrahl ist Maria mit der Dreifaltigkeit über ihr verbunden. In der Mitte der auseinanderstrebenden Welten verkündet ein Engel den Sieg des Volkes Gottes.

 

 

Die kleinen Gemälde (Grisaillen) in den Zwickeln zeigen die außergewöhnliche Stellung Mariens im göttlichen Heilsplan: Gott-Vater mit Maria als Kind (Jdt 8,1), Maria als Mutter Christi Mt 1,18, Maria als Braut (Hohes Lied 4), Maria und die Dreifaltigkeit (Sir 43,4).

 

 

Deckengemälde im Chor

Das Hauptfresko zeigt fußend auf Est 2,17 (“Er setzte ihr das königliche Diadem auf und machte sie zur Königin.”) die Krönung Mariens durch Christus. In den Zwickeln werden die vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Stärke, Klugheit und Mäßigkeit durch Frauengestalten symbolisiert.

Nach: T.Balk, St.Georg Augsburg-Haunstetten mit Muttergotteskapelle, Schnell Kunstführer 1817, München u. Zürich, 1.Aufl.1991.